© Silke Wolff 2007-2017      Impressum/Disclaimer

Durch Lappland zum Nordkap

© Text und Photos: Silke Wolff Das Nordkap zur Mitternachtssonne. Als ich das Angebot entdeckte, fiel es mir nicht schwer, mir rechtzeitig einen Reiseplatz zu meinem Wunschtermin zu sichern. Die skandinavischen Länder faszinieren mich seit zwei Jahren, frei nach dem Motto „nach Skandinavien fährst du nur einmal oder es zieht dich immer wieder hin!“ Lyngenfjod Panorama

1.und 2. Tag:   Anreise

Der Charterflug nach Umeå startete am 03.07.2011 gegen Mittag. Sonntags sind die ICE-Verbindungen nach Hamburg nicht so regelmäßig und so früh am Morgen schon gar nicht. So entschied ich mich frühzeitig für eine Übernachtung in der Nähe des Flughafens. Ursprünglich hatte ich das Leonardo-Hotel mit kostenfreiem Shuttle reserviert. Ein paar Tage vor meiner Abreise erhielt ich eine E-Mail, dass ich ins Mercure-Hotel umgebucht worden war. Ein besserer Standard zum gleich Preis. Da hatte ich nichts gegen. Ich geriet, als ich am späten Nachmittag am Hamburger Hauptbahnhof ankam, wie letztes Jahr wieder in die Menschenmassen der 70er-Jahre-Party. Zur S-Bahn bahnte ich mir meinen Weg durch die Menge. Der Hotel-Shuttle holte mich am Airport Plaza ab und brachte mich direkt ins Hotel. Eine angenehme Sache, es regnete nämlich in Strömen. Ausgeschlafen und am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt, brachte mich der Shuttle, den ich schon am Vorabend reserviert hatte, zurück zum Flughafen. Dort checkte ich am Automaten ein. Warum hatte ich das nicht schon gestern Abend oder online von Zuhause getan? Es war aber kein Problem. Für mich war ein Platz am Gang vorgesehen. Hier sitze ich, wenn ich allein fliege am liebsten. Der Weg von der Sicherheitskontrolle zum Gate A37 kam mir besonders lang vor. War der Hamburger Flughafen letztes Jahr schon so groß und weitläufig gewesen? Ich konnte mich nicht erinnern. Eine Mitreisende sollte mir später erzählen, dass das Gebäude im letzten Jahr komplett umgebaut worden ist und nun alles viel großzügiger sei. Er ist also nicht immer so weitläufig gewesen. Am Gate verzögerte sich die Abfertigung. Die Maschine war verspätet aus London gekommen. Nach Auskunft des Kapitäns musste dort ein Koffer wieder ausgeladen werden, weil ein Passagier den Flug nicht angetreten hatte. Es gibt Dinge … Als die Boeing 737 um 12:30 Uhr zur Startbahn rollt, ist sie fast voll besetzt. Nur vereinzelt sind Plätze frei. Die Flugzeit nach Umeå war mit 1 Stunde 50 Minuten angegeben. Beim Landeanflug war bei perfektem Wetter der Blick auf die zerklüftete Küstenlandschaft Nordschwedens frei. Der Flughafen von Umeå in der schwedischen Provinz Västerbotton war genauso gemütlich wie in Jönköping. Am Gebäckband wartete unser Reiseleiter. Nur 30 Minuten nach der Ankunft startete unser Bus mit der Gruppe von insgesamt 36 Personen entlang des Vindelälven nach Norsjö. Der Vindelälven zählt zu den vier Nationalflüssen Schwedens. An den spektakulärsten Stromschnellen, den Mårdselforsen vertraten wir uns die Füße. Eine Hängebrücke führte über die Stromschnellen auf eine kleine Insel mit Grillplatz. Mårdselforsen Unser heutiges Hotel Källan lag romantisch in den unendlichen Wäldern Nordschwedens. Aus meinem Zimmerfenster hatte ich einen fantastischen Panoramablick. Nach dem Abendessen hätte ich mir gern noch etwas die Beine vertreten. Die Wildtiere (Mücken) trieben mich aber schnell wieder zurück ins Hotel. Källan Hotel Wetter: sonnig, vereinzelt mit Wolken, 20° C

3.Tag:    Norsjö – Kiruna

Zur Zeit der Mitternachtssonne wurde es nicht dunkel. So begann der Tag früh. Arvidsjaur (und Arjeplog) sind im Winter die Mekka der Autotester und deren Zulieferer. Alle namhaften Firmen testen bei arktischen Temperaturen ihr neues Material auf Herz und Nieren. Wir besuchten hier einen privaten Rentierpark, der von einer Deutschen mit ihrem Mann betrieben wird. Neben zwei Rentieren, mit denen im Winter Schlittenfahrten angeboten werden, gab es Utas Sommercafé und Toiletten. Die sind in Lappland nicht so zahlreich vorhanden. Rentier Auf dem Weg überquerten wir den reißenden Piteälven. Es war noch die Zeit der Schneeschmelze und alle Flüsse führten reichlich Wasser. In Nordschweden fließen sie grundsätzlich von links nach rechts aus dem skandinavischen Gebirge in den Bottnischen Meerbusen. Nach zwei Stunden Fahrt durch Wald, Tundra und Berge erreichten wir den Polarkreis in der Nähe von Vouggatjålme. Ich überschritte die markante Linie und erhielt die „Polarkreistaufe“. Ich entschied mich für die sanfte Tour, einen Eiswürfel in die Hand, nicht in den Nacken. Polarkreis Jokkmokk ist das kulturelle Zentrum der schwedischen Samen. Am Ortsrand besuchten wir das Ajtte-Museum, das ausführlich über die samische Kultur informiert. Im Museum darf ausdrücklich fotografiert werden. Mich hielt es aber nicht lange im Museum. Draußen schien schließlich die Sonne. Mich zog es direkt zur der Gamla kyrkan, eine rote hölzerne Samenkirche. Sie ist von einem ca. 80 cm tiefen Zaun umgeben, in dem in früheren Wintern die Toten aufbewahrt wurden, bis für eine Bestattung der Boden tief genug aufgetaut war. Durch einen kleinen sehr gepflegten Park mit Flößerdenkmal ging ich zur neuen Kirche. Sie strahlte in der Sonne, sodass ich unbedingt einen Blick hineinwerfen musste. rote Holzkirche Jokkmokk neue Kirche Parallel mit den großen nordischen Nationalparks Padjelanta, Stora Sjöfallet und Sarek, die zusammen mit mehreren Naturschutzgebieten das UNESCO-Weltkulturerbe „Laponia“ bilden, fuhren wir weiter nach Norden. In Gällivare endet im Sommer die schwedische Inlandsbahn. In dieser Industriestadt, in der wegen der sauberen Luft besonders Fotovoltaikzellen produziert werden, befindet sich auch Europas größter Erztagebau. Zur Kaffeepause, der schwedischen „fika“, gönnte ich mir in der Lodge Lappeasuando eine typische Hefeschnecke mit Zimt und Zucker, einfach lecker. Jukkasjärvi, eine Samensiedlung am Torne Älv, ist heute vor allem durch das Icehotel bekannt. Jeden Winter wird auf dem Schwemmland des Torne Älv das Hotel aus Schnee und Eis neu gebaut. Vom Icehotel sahen wir nur den Eingangsbogen und die festen warmen Unterkünfte. Nebenan werden in riesigen Hallen Eisblöcke gelagert, aus denen für alle Absolut Icebars der Welt die Gläser gefräst werden. Die rote Holzkirche in Jukkasjärvi ist die älteste Kirche Lappland. Kirche Jukkasjärvi Wetter: sonnig, vereinzelt mit Wolken, 20° C

4.Tag:   Kiruna – Lofoten

Der Tag begann wieder früh. Es fiel mir schwer, so früh aufzustehen. Entschädigt wurde ich von der Sonne. Sie war tatsächlich die ganze Nacht nicht untergegangen. Nun schien sie aus einem strahlend blauen Himmel direkt in mein Fenster. Noch vor dem Frühstück fuhr ich auf die Terrasse in den 5. Stock des Hotels. Von hier oben reichte der Panoramablick von den Abraumhalden der Erzgruben bis zu den schneebedeckten Skandenbergen, die bereits zu Norwegen hören. Kiruns Panorama Kiruna, die Bergbau- und Weltraumstadt, wird vom Eisenerz dominiert. Um das Erz weiter fördern zu können, wurde beschlossen bis 2033 das Zentrum der Stadt um einige Kilometer nach Osten verlegt. Auch das Backstein-Rathaus mit dem Glockenspiel und dem Turm aus Bronze und Eisen sowie die alte Holzkirche von 1912 müssen umziehen. Als wir an der Kirche stoppten, glänzten die goldenen Figuren in der Sonne. Im See Torneträsk spiegelten sich die Berge, die noch mit Schneeresten bedeckt waren. Torneträsk Panorama Vom Info-Center des Abisko Nationalparks machten wir einen kleinen Spaziergang zum Abisko Bach mit seinen Stromschnellen. Am Wegrand stand Wollgras, die arktische Baumwolle in voller Blüte.  Im Abisko Nationalpark beginnt der Wanderweg Kungsleden. Auf dem Berg Njullá führt eine bequeme Seilbahn. Abisko Bach Njullá     arktische Baumwolle Kurz vor der schwedisch-norwegischen Grenze kamen wir die den Ort Riksgränsen. In der kleinen Siedlung leben nicht einmal 50 Einwohner. Dafür gibt es umso mehr Skihotels. Die Landschaft hatte sich inzwischen völlig verändert. Oberhalb der Baumgrenze waren die Steine nur noch mit Moosen, Flechten und kleinen Pflanzen bewachsen. Kurz hinter der norwegischen Grenze gab es zu Mittag Verpflegung aus dem Busbistro oder aus dem Supermarkt, in dem wir uns kurz zuvor mit allem Notwendigen eingedeckt hatten. Panorama Die Strecke entlang des Ofotfjord stimmte mich auf die landschaftlichen Höhepunkte der nächsten Tage ein. An der gegenüberliegenden Seite des Fjords lag Narvik. Auch wenn die Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren hat, endet hier die Ofotbahn, die das Eisenerz von Kiruna nach Narvik transportiert. In dem ganzjährig eisfreien Hafen wird das Erz verschifft. Über die Tjelsundbrücke verließen wir das Festland und fuhren auf die Vesterålen. Tjelsundbrücke Die Inseln der Versterålen erstrecken sich nördlich der Lofoten. Wenn es auch nicht ganz richtig ist, da nur die südlichen Inseln wirklich zu den Lofoten gehören, begann für mich hier bereits die einmalige Inselwelt der Lofoten. Auf der „LoFast“ (Kong Olav Straße, E10) war es noch ein ganzes Stück durch Tunnel und über Brücken, vorbei an Seen bis wir den kleinen Fischerort Hanøy erreichten. Hier stieg eine große Gruppe, in Overalls geschützt, um in Schlauchboote, um durch den Raftssund, der die Vesterålen und die Lofoten trennt, in einem Seitenarm, den Trollfjord zu fahren. Der Trollfjord ist der schmalste Fjord, nur 100 bis max. 800 m breit. Dafür wird er von bis zu 1.000 m hohen Bergen eingerahmt. Da ich meiner Seefestigkeit in so kleinen Booten nicht traute, verzichtete ich auf den Trip und mir mit dem Bus weiter nach Svolvær. Einfahrt in den Raftsund Solvær ist der Hauptort und Verwaltungszentrum der Lofoten und liegt an der Südküste der nördlichsten Insel Austvågøy. In Solvær bezogen wir unsere Zimmer im Aurora-Hotel. Das Hotel war ein zweckmäßiger Bau, der nicht auf den neuesten Stand war. Dafür war es supersauber, das Essen lecker und ich hatte ein sehr geräumiges Zimmer. Dieses Hotel war nicht für unsere Reisegruppe eingeplant, deshalb gab es als kleine Entschädigung zum Abendessen ein Freigetränk. Vor dem Abendessen hatte ich heute noch Zeit für mich. So konnte ich durch den Ort bummeln. Das Zentrum lag keine 100 m vom Hotel entfernt. Am Hafen befanden sich einige Ateliers einheimischer Maler und Kunsthandwerker sowie Kneipen und Restaurant, deren Terrassen bei dem sonnigen Wetter gut besetzt waren. Solvær Nach dem Essen unternahmen wir einen abendlichen Ausflug nach Henningsvær. Eine schmale Brücke führte in die Fischersiedlung. Im Winter versammelt sich hier eine große Fischereiflotte zum Fang von Kabeljau. Jedes Jahr zwischen Januar und April ziehen Millionen von Dorschen aus Barentssee in den Westfjord zwischen dem Festland und südlich der Lofoten. Wie überall auf den Lofoten sind auch hier die großen Holzgestelle zu sehen, auf denen der Fisch luftgetrocknet wird. Henningsvær Als ich zurück zum Bus kam, hatte Jörgen, unser Busfahrer, die Busparty mit Happy Hour eingeleitet. Zur Aufwärmung war Irish Coffee im Angebot. Den mag ich aber nicht. So genehmigte ich mir auch einen leckeren Rotwein. Unseren letzten Fotostopp des Tages machten wir an der Vågan kirke. Aufgrund ihrer Größe mit 1.200 Plätzen ist sie unter den Namen Lofotenkathedrale bekannt. Wetter: sonnig, gute 20 °C

5.Tag:   Lofoten – Tromsø

Die Nächte wurden kürzer. Der Wecker klingelte immer früher. Heute bereits um 5:30 Uhr. Ein letztes Mal stoppten wir auf den Lofoten für ein paar Fotos bei strahlend blauem Himmel. Lofoten Panorama Anschließend ging es über die“ LoFast“ zurück aufs Festland. Schon von Weitem waren die dicken Wolken über dem Festland zu sehen. An einem Einkaufszentrum in Setermoen, einem nicht gerade einladenden aber verkehrstechnisch günstigen Ort, mussten wir unsere Mittagspause verbringen. Die Wolken waren inzwischen weitergezogen. Die Sonne schien wieder. Dafür hatte der Wind aufgefrischt. Parallel zur Küste ging es weiter nach Norden. Die Landschaft, die Fjorde und Berge, die noch mit Schnee bedeckt waren, zeigten sich von ihrer besten Seite. Um zeitig in Tromsø zu sein, gab es nur noch einen Stopp bei Sami-Verkaufsständen. Dort gab es die üblichen Touristensouvenirs. Dafür war die Berglandschaft umso schöner. Berglandschaft Am Nachmittag erreichten wir Tromsø. Tromsø, die größte Stadt nördlich des Polarkreises, gilt als Tor zur Arktis. Viele bekannte Polarforscher wie Fridtjof Nansen, Roald Amundsen starten hier ihre großen Expeditionen. Zahlreiche reiche Händler mit ihrem mondänen Lebensstil brachten der Stadt den Beinamen „Paris des Nordens“ ein. Aufgrund des schönen Wetters fuhren wir direkt zum arktischen/alpinen botanischen Garten. Der war wunderschön als Steingarten angelegt. Auf den 1.600 m² waren die blühenden nordischen Blumen und Pflanzen zu bewundern. arktischer/alpiner Botanischer Garten Anschließend ging es über die 43 m hohe Tromsø-Brücke zur Tromsdalen-Kirche, die unter den Namen „Eismeerkathedrale“ bekannt ist.  Der Eintritt betrug NOK 35,--. Ich hatte noch keine norwegischen Kronen. Zu meinem Glück wurden € 5,-- und US$ akzeptiert. Ich hatte mir das schon gedacht. Schließlich legen internationale Kreuzfahrtschiffe an, deren Passagiere meist keine Landeswährung haben. Mir gefiel, entgegen der Meinung vieler Mitreisender, die moderne Architektur und das mit 23 m größte Glasmosaik Europas im Inneren. Zwischen den einzelnen Betonelementen des Daches dienen die Abstände als Lichtschächte, um das Innere zu beleuchten. Eismeerkathedrale Das Rica Grand Hotel war weit von einem Grand Hotel entfernt, mein Einzelzimmer klein, das Bad noch kleiner und die Möbel hatten bessere Zeiten gesehen. Im Innenhof störte der Lärm einer Lüftungsanlage auf dem Dach. Abendessen gab es heute recht früh. So hatte ich anschließend noch Zeit für einen Bummel durch Tromsø. Vom Hafen aus erstrahlte die Eismeerkathedrale in der Mitternachtssonne. Durch das Zentrum ging ich am Dom, die größte Holzkirche Norwegens, zurück. Nach den kurzen Nächten musste ich zeitig schlafen gegen. Tromsø Dom Alte Häuser Wetter: sonnig mit wolkigen Phasen, kühler Wind, ca. 18°C

6.Tag:   Tromsø – Nordkap

5:00 Uhr, der Wecker klingelte. Wie gesagt, die Tage begannen immer früher. Ich hatte gut geschlafen. Die Lüftungsanlage auf dem Dach hatte mich doch nicht gestört. Punkt 6:00 Uhr wurde das Restaurant aufgeschlossen. Die hungrige Meute in Form von mehreren internationalen Touristengruppen viel sofort ein und die Schlacht am Buffet begann. Der einzige Kaffeeautomat musste zwischendurch immer wieder Warmwasser aufbereiten. Entsprechend verlängerte sich die Schlange davor kontinuierlich. Einige Gäste frühstücken im Stehen oder im Foyer. Die Sitzplätze reichten nicht für alle. Als alle ihre Koffer transportieren wollten, war der einzige Fahrstuhl, der so früh in Betrieb war, völlig überlastet. Der zweite Fahrstuhl wurde erst auf unser Bitten vor 7:00 Uhr in Betrieb genommen. Trotz des kleinen Chaos saßen alle um 7:00 Uhr abfahrbereit im Bus. Schließlich waren zwei Fähren vorgebucht. In nur 20 Minuten setzten wir über den Ullsfjord über. Doppelt so lange dauerte die Überfahrt über den Lyngenfjord. Dort hatte die Sonne auch die dicken dunklen Wolken besiegt und sie gaben das Lyngenalpenpanorama mit seinen Gletschern frei. Das Panorama konnte ich auf der gesamten Fahrt entlang des Lyngenfjords bewundern. Der Lyngenfjord gilt als einer der großartigsten Fjorde Norwegens. Seine schneebedeckten Gipfel sind fast 2.000 m hoch. Lyngenalpen Auf der anderen Seite angekommen, fuhren wir den Fjord fast auf seiner gesamten Länge entlang. Zu meiner Freude legten wir einen Extra- Fotostopp ein. Lyngenfjord An unserer nächsten Raststätte stand ein bekannter Baumstumpf als Wegweiser z.B. nach Kiruna oder zum Nordkap. Im Hintergrund der Langfjord. Im Internet fand ich davon schon vor Reise zahlreiche Aufnahmen. Touristenfotos müssen eben sein. am Langfjord Etwa eine Stunde mussten wir am Altafjord entlang fahren, bevor wir die Stadt Alta erreichten.  Berühmt sind hier die rund 3.000 Felszeichnungen. Die Zeichnungen werden auf ca. 6.200 Jahre, die jüngsten auf ca. 2.500 Jahre geschätzt. Die Bedeutungen der Zeichnungen sind überwiegend noch unbekannt. Das größte Areal mit Felszeichnungen in Nordeuropa ist UNESCO-Kulturdenkmal. Die Pause am Museum war für uns mit der Mittagspause verbunden. So kaufte ich mir in der angegliederten Cafeteria ein leckeres mit Lachs und Ei belegtes Brötchen auf die Hand und nutze die Zeit um wenigsten den wichtigsten Teil der Felszeichnungen zu sehen. Der Besuch war für mich auf jeden Fall lohnenswert. Einige Zeichnungen sind mit roter Farbe nachgezeichnet, sodass sie sehr gut zu erkennen sind. Ich hätte während der Besichtigung allerdings öfters in den Führer, den es mit der Eintrittskarte gab, lesen sollen. Dann hätte ich noch mehr erkannt, aber mir saß die Zeit im Nacken. Felszeichnungen Alta Entlang der Fjordlandschaft ging es nun zügig Richtung Nordkap. Bei einem zweckmäßigen Stopp an einer Tankstelle investierte ich im Souvenirladen noch schnell in das lang gesuchte schwarze Fleecestirnband. Das sollte sich schon an diesem Abend als sehr nützlich erweisen. Die Panoramafahrt entlang der Küste zum Nordkap war bei diesem perfekten Wetter einfach traumhaft. Die Sommerweidefläche der Sami ähnelte der patagonischen Landschaft. Ich konnte gar nicht aufhören zu fotografieren. Der 7 km lange Nordkapptunnel führt 200 m unter dem Eismeer hindurch auf die Insel Magerøya. zum Nordkap Unser Rica Hotel in Honnigsvåg waren gerade drei volle Reisebusse gleichzeitig angekommen. Es herrschte Chaos in der Halle. Einige standen bis zu 30 Minuten vor dem einzigen Lift. Da ich nur eine Etage hochmusste, entschied ich mich für die Treppe. Erst musste ich mir einen Weg durch die Wartenden vor dem Fahrstuhl dorthin bahnen. Um 19:00 Uhr wurden noch mehr Reisegruppen in einem Saal „abgefüttert“. Einigen aus unserer Gruppe gefiel das gar nicht. Sie saßen mit langen Gesichtern am Tisch. Um 20:50 Uhr starte unser Mitternachtsausflug zum Nordkap. Zuvor blieb mir noch Zeit für einen ganz kurzen Besuch im Kreuzfahrthafen. Ganz in der Nähe glänzte die Skulptur „Der Nordwind“, auch „Ankerhaken“ genannt, in der Sonne. “Der Nordwind” Das auf 71° 10‘ 21“ nördl. Breite und 25° 47´ 40“ östl. Länge gelegene Nordkap gilt als „Ende der Welt“. Das ist jedoch nicht ganz korrekt. Die tatsächlich nördlichste Spitze Europas ist das Kap Knivskjelodden auf 71° 11´8“ nördl. Breite. Es schien die Sonne und ein starker Wind wehte. Ein Mietfahrer fuhr den Bus. Unser Busfahrer hatte die Rolle des Barkeepers an Bord übernommen. Heute war zur Happy Hour ein Bier mit Jägermeister, gegen die Kälte am Nordkap, im Angebot. Auf dem Weg zum Kap besuchten wir die Galerie von Eva Schmetterer in Kamøyvær, einem idyllisch gelegenen Fischerdorf. Eva gestaltet Nordkap-Bilder zu allen Jahreszeiten. Ihre Bilder haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Ich kaufte mir ihr „Mitsommersonne“ und ein Lesezeichen. Kamøyvær Anschließend ging es weiter zum Nordkap hinauf. Kurz vor dem Ziel tauchten wir in eine dichte Nebelwand ein. In mir stieg ein Gefühl des Entsetzens hoch. Es war fraglich, ob wir die Sonne zu Mitternacht sehen würden. Nach fast einer Woche Sonne konnte das zu kurz vor dem Ziel nicht wahr sein. Vom Parkplatz, auf dem 60 Busse, zahlreiche Wohnmobile und noch mehr Pkws standen, war wenigsten die berühmte Weltkugel zu sehen. Für unsere Gruppe gab es in der Bar der Nordlandhalle erst einmal einen Empfangssekt. An den Seiten der Aussichtsterrasse lagen noch Schneereste und das mitten im Hochsommer. Als ich um 23:00 Uhr die Bar verließ, hatte der starke Wind die Wolken vertrieben und die Sonne war jetzt vollständig zu sehen. Es war Glück, dass der Wind so heftig pfiff. Er war heftiger als in Neuseeland oder Punta Arenas. Mit einer Doppelschicht Softshell und dem neuen Stirnband war ich gut geschützt. Trotzdem musste ich mich zwischendurch zweimal in der Nordkaphalle aufwärmen. Um Mitternacht stand ich am Zaun in der ersten Reihe. Die Sonne stand noch erstaunlich hoch über dem Horizont. Mitternachtssonne am Nordkap Bereits 10 Minuten später verließen wir das Nordkap. Keine 15 Minuten waren vergangen, da vielen Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Um 1:00 Uhr erreichten wir wieder unser Hotel. Noch schnell warm duschen und ich viel todmüde ins Bett. Wetter: bis ca. 18°C, Sonne, Nebel, Wolken, starker kühler Wind

7.Tag:   Nordkap – Luosto

Auf den gestrigen sehr langen Tag folgte die kürzeste Nacht. Um 5:45 Uhr klingelte schon wieder der Wecker und holte mich aus dem Tiefschlaf. Während des Frühstücks sahen alle noch sehr müde aus und waren entsprechend einsilbig. An der Ausfahrt des Nordkaptunnels, der die Insel Magerøya mit dem Festland verbindet, blockierte eine große Rentierherde die Ausfahrt. Etwas später besuchten wir eine Silberschmiede, die von einem Deutschen betrieben wurde. Die Wikingermotive waren nicht mein Geschmack. Seine Blockhütte war mit zum Teil sehr altem Stockfisch dekoriert. In einem Supermarkt in Laksälv konnte ich meine letzten norwegischen Kronen ausgeben. In Finnland ist der Euro Landeswährung. Die Grenze zu Finnland war nicht mehr weit. In Finnland angekommen mussten die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden. Am Inari-See machten wir eine längere Pause.  Der drittgrößte See ist Finnlands ist mit etwa 3.000 Inseln übersät. Das Thermometer zeigte 26°C  und es war schwül. Kurze Zeit später kamen wir in einen Regenschauer. Das Erste auf der Tour. Inari-See In Ivab gab ein Wegweiser die Info, dass es bis Murmansk nur noch 303 km sind, ein eigenartiges Gefühl. Nach der längsten Etappe erreichten wir endlich das Luostotunturi Hotel, ein Wintersporthotel mitten in den unendlichen Wäldern. Die angekündigten Mücken ließen sich an diesem Tag nicht blicken. Das war sehr angenehm. Ich bezog das luxuriöseste Zimmer der Reise. Dieses Hotel bot alle Annehmlichkeiten. Leider hatten wir keine Zeit den luxuriösen Spa-Bereich und die anderen Freizeiteinrichtungen zu nutzen. Auf dem Parkplatz vergnügte sich die hoteleigene Rentierherde und stand den Gästen als Fotomotiv zur Verfügung, bis eine Glocke sie zum Abendessen rief. Rentierherde Für uns war das Abendessen super organisiert. Alle Gruppen bekamen fest Zeiten. So gab es kein Gedränge. Es gab Elchgeschnetzeltes mit Kartoffelpüree zum Abendessen, lecker. Todmüde viel ich an diesem Abend ins Bett. Wetter: bis 28°C, Sonne, Regen, schwül, kein Wind, sehr wenig Mücken

8.Tag:   Luosto – Skellefteå

Ich war schon fast ausgeschlafen, als um 6:00 Uhr der Wecker klingelte. Trotz der offenen Balkontür hatten sich die Mücken nicht gezeigt. Nun schien die Sonne direkt ins Fenster. Trotz der vom Hotel festgesetzten Frühstückszeit waren für uns die gekochten Eier nicht fertig und mit der Zeit ging das Orangensaftkonzentrat im Automaten aus. Schade, dass wir dieses kleine Paradies so schnell schon wieder verlassen mussten. In Rovaniemi wartet aber der Weihnachtsmann. Sein finnischer Wohnsitz, der Santa Claus Park liegt kurz vor der Stadt. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, den Weihnachtsmann persönlich zu begrüßen, ein einmaliges Erlebnis bei hohen sommerlichen Temperaturen von 26°C. Der Weg zu ihm führte durch einen mystischen Gang. Ein riesiger Pendel hält hier das Räderwerk in Bewegung, das die Erde dreht. Die Erinnerungsfotos mit dem Weihnachtsmann lässt man sich allerdings sehr gut vergolden. Das billigste Foto sollte € 16,-- kosten, der USB-Stick mit Video, Fotos ganze € 49,- -. Ich habe dankend verzichtet. Auf dem Gelände, das selbst keinen Eintritt kostet, befinden sich zahlreiche Souvenirshops aller Art. Im Postamt kann man das ganze Jahr über seine Weihnachtspost aufgeben. Die wird dann pünktlich zu Weihnachten verschickt. Santa Claus Park Santa Claus Post Office Auch der Polarkreis führt über das Gelände. So verlassen auch wir hier wieder die Arktis in Richtung Süden. Der Tornioälven bildet die Grenze zu Schweden. Eine 500 m lange Brücke verbindet die Städte Tornio in Finnland und Haparanda in Schweden. Unsere Uhren müssen wir wieder eine Stunde zurückstellen. Wir überqueren ihn und sind zurück in Schweden. Kurze Zeit später gerieten wir in ein heftiges Regenschauer. Als wir zu Mittag den Artic Moose Park erreichten, schien die Sonne wieder. Dafür war es schwül und heiß. Da wir keinen Elch in freier Natur gesehen hatten, besuchten für den Elchpark als Ersatz. Präsentiert wurde uns hauptsächlich Artur, ein verwöhntes dreijähriges kräftiges Kerlchen. Elchpark Ursprünglich wurde Luleå im 14. Jahrhundert ungefähr 10 km vom heutigen Stadtzentrum gegründet. Gammelstad, das alte unter UNESCO Kulturerbe stehende Kirchdorf lohnt heute eine Besichtigung. Die alte Kirche steht auf einer Anhöhe in der Mündung des Lule Älv. Zahlreiche kleine Holzhäuser wurden um die Kirche gebaut. Sie dienten den Bewohnern des Umlandes als Unterkunft, wenn sie ihrer Kirchpflicht nachkamen. Spontan entschied ich mich für eine Führung. Das war, glaube ich, keine wirklich gute Idee. Auf eigene Faust hätte ich wahrscheinlich mehr gesehen. Gammelstad Die endlosen Wälder Lapplands hatten wir nun endgültig hinter uns gelassen. Schweden war wieder dichter bewohnt. An Luleå und Piteå vorbei fuhren wir nach Skellefteå. Von Piteå starten im Winter die Eisbrecherfahrten in den zugefrorenen Bottnischen Meerbusen. Das wäre für mich ein Abenteuer wert. Zeitig erreichten wir heute unser Hotel in Skellefteå, ein schönes, großes Scandic Hotel. Wetter: bis 26 °C, Sonne, nach einem Regenschauer schwül

9.Tag:   Skellefteå – Abreise

Auf unserem Weg zurück nach Umeå besichtigten wir im „Ostriket“, dem Käsereich eine Fabrik. Von der Produktion konnten wir nicht viel sehen. Im angegliederten Museum waren die Erklärungen leider nur auf Schwedisch. So hatten wir nicht ganz so viel davon. An der „Grenze“ des Käsereichs stehen zwei überdimensionierte 7 m hohe Käsehobel (für 1.000 kg schwere Käse!). Die umliegende Landschaft mit grünen Feldern tat den Augen gut. Käsereich In Umeå angekommen, hatten wir nach einer kurzen Orientierungsfahrt zwei Stunden Freizeit in der Innenstadt. Bei Sonnenschein genoss ich erst einmal den nordschwedischen Sommertag am Vindel Älv. Umeå Sonntags öffnen die Geschäfte in Schweden um 12:00 Uhr. So hatte ich noch Zeit durch die beiden Shoppinggalerien und das Kaufhaus Åhlens zu schlendern. Als uns der Bus am Vasaplan abholte, war er für die nächste Tour vorbereitet worden. Nach nicht einmal 5 Minuten Fahrt erreichten wir schon den Flughafen. Check-in und Sicherheitskontrolle verliefen gemütlich und problemlos. Pünktlich begann das Boarding. Als alle an Bord waren, startet die Maschine, 20 Minuten früher als geplant. Nach zwei Stunden landeten wir in Hamburg. Am Gepäckband verabschiedete ich mich noch schnell von ein paar Mitreisenden und nahm die nächste S-Bahn zum Hauptbahnhof. Die ICEs waren pünktlich. Trotz der zahlreichen Fahrgäste bekam ich jeweils einen Sitzplatz. So kam ich zeitig wieder in Bielefeld an. Insgesamt haben wir 3.445 km zurückgelegt. Mir hat am Besten der Abschnitt von den Lofoten zum Nordkap gefallen. Die Landschaft ist, besonders bei Sonne atemberaubend schön. Dafür nahm ich gern die langen Strecken durch die unendlichen Wälder Lapplands in Kauf. zur Lappland-Foto-Galerie:                      
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
www.bergeundmeer.de

Foto-CD: Lappland

Meine schönsten Fotos sind für € 6,99    inkl. Porto und Verpackung auf einer Foto-CD erhältlich. Ist Ihr Interesse geweckt, dann klicken Sie für die Bestellung einfach hier.
Reiseberichte und -fotografie
Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
Deutschland Skandinavien Europa Nordamerika Südamerika Afrika Asien Ozeanien Fotogalerie über mich