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Peking

© Text und Photos: Silke Wolff Warum nicht einmal eine Winterreise in die Hauptstadt des „Reiches der Mitte“, nach Peking? Über 600 Jahre war Peking der Mittelpunkt des Kaiserreiches. Mit der Volksrepublik begann eine Umgestaltung. Die Stadt sollte von Gegensätzen, mit Kaiserpalast, diversen Tempeln und Moderne geprägt sein. Der Winter versprach kaltes; aber klares Wetter. So machten Gaby und ich uns am 25.02.2001 auf den Weg.

1. und 2. Tag:   Anreise  -  Tian’anmen Platz

Von Paderborn flogen wir über Frankfurt direkt nach Peking. Dort landeten wir am nächsten Morgen Ortszeit. Am Flughafen empfing uns unser Reiseleiter und wir trafen die anderen Reiseteilnehmer. Im Anschluss ging es direkt in unser Hotel in der City. Nach dem Nachtflug legten wir dort erst einmal eine Pause ein. Lange hielt uns auch unsere Müdigkeit nicht im Hotel. Die Stadt mit seinen Sehenswürdigkeiten wartete schließlich auf uns. Mit dem Taxi fuhren wir zum Tian’anmen Platz. Fasziniert und auch etwas verloren standen wir auf dem größten Platz der Welt. Er bietet Raum für ca. 1 Millionen Menschen. Gesäumt wird er von sozialistischen Bauten wie der Großen Halle des Volkes. In der Haupthalle tagt der Volkskongress und finden Parteitage statt. Direkt gegenüber steht genau so imposant das Museum für chinesische Geschichte. Mitten auf dem Platz befinden sich das Mao-Mausoleum und das Denkmal für den Helden des Volkes. Im Norden bildet das Tian’anmen, das Tor des Himmlischen Friedens den Übergang zum Kaiserpalast. Über dem zentralen Eingang hängt ein großes Mao- Portrait. Große Halle des Volkes Tor des himmlischen Friedens Nach einem gemeinsamen Abendessen der Reisegruppe im Hotelrestaurant endet der Tag zeitig.

3. Tag:   Die große Mauer  -  Ming-Gräber

Das Tal der 13 Ming-Gräber liegt etwa 50 km nördlich der Stadt. Es diente als Begräbnisstätte für die Kaiser der Ming-Dynastie, sowie Kaiserinnen und Konkubinen. Da die Gräber geplündert worden sind, haben sie innen nicht viel zu bieten. Sehenswert in der Anlage ist allerdings die Geisterallee. Die Straße wird von 12 Tier- und 5 Menschenpaaren gesäumt. Um Mitternacht wechseln sie sich in der Wache ab – so die Legende. Das Drachen- und Phönix-Tor am Ende versperrt den direkten Blick auf die Gräber. Geisterallee Die legendäre Große Mauer ist ein Schutzwall. Einst war die Mauer ca. 6.000 km lang, im Durchschnitt ca. 8 m hoch und 5 bis 6 m breit. Auch weil lange Abschnitte zerfallen sind, ist sie nicht, wie oft behauptet, vom Weltall aus zu sehen. Wir besuchten die Große Mauer bei Badaling. Hier erreicht die Mauer auch ihren höchsten Punkt, ca. 800 m und ist gut restauriert. Es ist der beliebteste Ausflugsort an der Mauer, deshalb entsprechend voll und von Souvenirhändlern belagert. Zum Pflichtprogramm gehört, die Mauer ein Stück zu begehen. Dies gestaltete sich beschwerlicher als gedacht. Teilweise ist der Anstieg sehr steil. Die Stufen sind unterschiedlich und sehr hoch. Ich habe es aber wenigsten ein kleines Stück geschafft. Chinesische Mauer bei Badaling Etwas erschöpft fuhren wir zurück ins Hotel.

4. Tag:   Kaiserpalast  -  Himmelstempel

Auf einer Fläche von 100 ha liegt das Symbol des alten Chinas, die Verbotene Stadt, direkt im Stadtzentrum. Die Anlage diente als Verwaltungs- und Wohnpalast der Kaiser. Normalen Sterblichen war es bei Todesstrafe verboten, den Palastkomplex ohne Genehmigung zu betreten. Die Anlage ist mit einem außergewöhnlichen Sinn für die Balance zwischen Gebäuden und freien Flächen gebaut worden. Scherzhaft heißt es der Palast habe nur 9.999 und einen halben Raum, da nur der Himmel über 10.000 Räume verfügen. Tatsächlich gibt es 8.706 Räume und Hallen. Halle der Höchsten Harmonie Nach einer ausführlichen Besichtigung des gesamten Kaiserpalastes hatten wir vor dem Mittagessen Zeit noch einmal über den Tian’anmen Platz zu laufen. Diesmal sahen wir uns das alte Stadttor, das Qianmen an. Der Himmelstempel entstand etwa zur gleichen Zeit wie der Kaiserpalast. Zur Wintersonnenwende hielt der Kaiser hier Zwiesprache mit dem Himmel. Er opferte nach alten Riten, damit Winde und Regen geordnet werden und Hitze und Kälte zur richtigen Zeit auftreten. Auch wir betraten die Anlage bei dem Palast der Abstinenz, gingen über den erhöhten Ehrenweg zur Halle des Ernteopfers, die oft als Himmelstempel bezeichnet wird. Zu dieser Tempelanlage gehört noch das Himmelsgewölbe, in der die Ahnentafeln aufbewahrt werden sowie der Himmelsaltar. Hier fand die Zwiesprache des Kaisers mit dem Himmel statt. Halle des Ernteopfers Am Abend besuchten wir eine chinesische Akrobatikshow. Die Innenausstattung des Theaters war schon etwas heruntergekommen. Auch die Show selbst war nicht unbedingt sehenswert. Anscheinend traten dort Kinder und Jugendliche einer Pekinger Akrobatikschule auf.

5. Tag:   Sommerpalast   -   Zoo

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Sommerpalast. Eigentlich ist der Sommerpalast ein Garten mit 3.000 Hallen, Türmen, Pavillons, Promenaden und Brücken. Von den Chinesen wird der „Garten zur Kultivierung der Harmonie“ genannt. Besonders sehenswert sind der „Lange Korridor“, das Marmorschiff und die Bogenbrücke. Im Winter strahlt diese Anlage einen besonderen Charme aus. Die kleinen Seen sind zugefroren. Trotz der niedrigen Temperaturen wird der Garten von zahlreichen Chinesen besucht. In den einzelnen Pavillons wird Tai Chi ausgeübt oder werden chinesische Lieder nach für uns unlesbaren Notenblättern gesungen. Sommerpalast Marmorboot Anschließend musste noch ein Besuch im Pekinger Zoo sein. Dort war man besonders Stolz auf die Panderbärenzucht, den Puma, die Tiger und die Eisbären. Ich hielt die Haltung der Tiere für nicht besonders artgerecht. Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir noch am Kohlehügel. Von oben hatten wir einen guten Ausblick in die Verbotene Stadt und über Peking. Nach tagelangem chinesischem Essen mussten wir am Abend etwas „Richtiges“ essen. Wir fuhren mit dem Taxi in die Nähe des Lufthansa- Centers. Im Schiller’s 1 gab es eine gute deutsche Mahlzeit.

6. Tag:   Tempel der azurblauen Wolken   -   Tempel des liegenden Buddhas

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen verschiedener Tempelanlagen. Unser erstes Ziel war der Tempel der azurblauen Wolken. Der Aufstieg zum Tempel führt über viele Treppen und Brücken. Oben angekommen begrüßten uns Furcht einflößende Tempelwächter. In der Halle der 500 Luohan befinden sich tatsächlich über 500 hölzerne Figuren, Luohan, Buddhas und Schutzgottheiten. Eine Halle der Tempelanlage ist Sun Yatsen, dem Gründer Republik China gewidmet. Tempel der azurblauen Wolken Hauptattraktion im Tempel des liegenden Buddhas ist eine ca. 5 m lange kupfernen Buddha-Statue, die den Tod des historischen Buddhas und seinen Eingang ins Nirwana darstellt.

7. Tag:   Stadtrundfahrt

Heute sollten wir die krassen Gegensätze, das alte Peking und das moderne glitzernde Peking kennenlernen. Unsere Stadtrundfahrt begann in der Altstadt. Zuerst besuchten wir einen traditionellen Stempelladen. Die Stempel dienen Chinesen Unterschriften. Anschließend schlenderten wir durch enge Gassen. Auf der Straße wurden Esswaren und andere Dinge des täglichen Lebens angeboten. Für Autos sind die Gassen viel zu schmal. So muss der Transport oft per Fahrrad stattfinden. In der Geschäftsstraße Wangfujing sehen die modernen Kaufhäuser aus wie bei uns Europa. Das Warenangebot ist international. Auch deutsche Marken sind im Angebot. Auf dem Seidenmarkt in der Nähe unseres Hotels deckten wir uns noch mit Souvenirs und einzelnen Kleidungsstücken ein. Unseren letzten Abend verbrachte die gesamte Reisegruppe bei einem gemeinsamen Peking-Enten-Essen. Mir schmeckten u.a. die sog. „Duck-Burger“ ganz gut, bis zu dem Zeitpunkt, als der Entenkopf auf der Drehplatte an mir vorbei kam.

8. Tag:   Rückreise

Ein letztes Mal frühstückten wir im Hotelrestaurant. Danach machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Am Vormittag startete unser Rückflug nach Frankfurt. Da es ein Tagflug war, hatten wir einen wunderbaren Blick auf die verschneiten Ebenen der Mongolei und auf das Himalaya-Gebirge. Nach einer Woche mit vielen neuen, fremden und exotischen Eindrücken landeten wir am Nachmittag in Paderborn.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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