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Potsdam

© Text und Photos: Silke Wolff Warum sich nicht einmal ein verlängertes Wochenende gönnen? Dafür ist Potsdam ideal. Seine Lage, unweit von Berlin. So ist Potsdam gut mit der Bahn zu erreichen. Durch seine geschichtsträchtige Vergangenheit hat Potsdam viel zu bieten, Schlösser, historische Stadtteile und Bauwerke. 

1. Tag:   Potsdam

Am 18.06.2010 fuhr ich mit dem ICE bis zum Berliner Hauptbahnhof. Von dort mit der S-Bahn zum Potsdamer Hauptbahnhof. Bei strahlendem Sonnenschein komme ich zur Mittagszeit an. Für die kurze Strecke zur Bed & Breakfast-Pension am Luisenplatz gönne ich mir ein Taxi. Der Luisenplatz empfahl sich als idealer Ausgangspunkt. Das gebuchte Pensionszimmer entpuppt sich als kleines Apartment mit Kochnische, Wohnbereich und separatem Schlafzimmer. An der Rezeption lasse ich mir eine Potsdam-Card für 3 Tage ausstellen. Damit kann ich alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Die beste Art sich fortzubewegen. Anschließend gehe ich auf Erkundungstour. Die im Reiseführer Polyglott on tour vorgeschlagenen Routen sind besonders gut geeignet. Alle Informationen sind aktuell. Direkt vor der Pension liegen der Luisenplatz und das Brandenburger Tor. Dieses Brandenburger Tor ist zwar nicht so berühmt wie das Berliner Brandenburger Tor, dafür aber 12 Jahre älter. Es stammt aus dem Jahr 1779. Brandenburger Tor In der Lindenstraße steht das Große Militärwaisenhaus. Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ließ es 1722 als Erziehungsanstalt für verwaiste Soldatenkinder errichten. Über dem mächtigen Gebäude thront der Monopteros (Rundkuppel mit Säulen). Heute wird das Gebäude von einem Ministerium genutzt. Großes Militärwaisenhaus Die wunderschönen Hiller-Brandtsche-Häuser waren leider eingerüstet. Trotzdem war die Pracht der Häuser zu erkennen. Unspektakulär ist der Torbogen der Garnisonskirche. Er wurde zum 60. Jahrestag der Bombardierung errichtet. In einem Pavillon, umgeben von typischen DDR- Plattenbauten, befindet sich eine Ausstellung über die Garnisonskirche. Unweit, in einem kleinen Park steht ein Nachbau des Glockenspiels der Garnisonskirche. Glockenspiel Ich ging ein Stück am freigelegten Teil des alten Stadtkanals entlang, um zum Neuen Markt mit dem Kutschstall zu kommen. Der ehemalige Kutschstall beherbergt heute das Haus der Brandenburgischen Preußischen Geschichte. Der Marktplatz selbst ist von Bürgerhäusern umgeben. Eindrucksvoller fand ich allerdings das Gebäude des Marstalls. Der lang gestreckte Bau entstand ursprünglich als Orangerie, bevor er zum Pferdestall umgebaut wurde. Marstall Unweit des Marstalls liegt der Alte Markt. Er ist umgeben von dem Alten Rathaus, der Nikolaikirche und dem Fortuna-Portal. Hinter dem Portal befindet sich eine große Baustelle. An der Stelle des alten Stadtschlosses soll ein Neubau für die Brandenburgischen Landtag entstehen. Wahrzeichen des Platzes ist die Nikolaikirche. Baumeister Karl Friedrich Schinkel ließ sich von der Londoner St. Pauls Kirche und dem Pariser Pantheon beeinflussen. Nikolaikirche Auf dem Alten Rathaus befindet sich eine goldene Skulptur. Sie stellt Atlas da, der die Weltkugel auf seinen Schultern trägt. Altes Rathaus Atlas Mit dem Bus fuhr ich zum Nauener Tor. Dort beginnt auch das Holländische Viertel. Der Soldatenkönig ließ ab 1732 die Häuser für aus Holland eingewanderte Handwerker und Künstler errichten. Das restaurierte Viertel lädt zu einem Bummel durch die Gassen mit seinen zahlreichen kleinen Geschäften, Cafés etc. ein. Holländisches Viertel Auch ich ließ mich durch die Gassen und Läden treiben. Bis ich zur Französischen Kirche kam. Beeindruckender fand ich aber die Kirche St. Peter und Paul. Hinter der Kirche befindet sich ein Sowjetischer Soldatenfriedhof. Die 13 Blockhäuser der russische Kolonie Alexandrowa wurden nach russischem Vorbild erbaut. Sie sind von großen Gärten mit zahlreichen Obstbäumen umgeben. Die Häuser wurden von ehemaligen russischen Kriegsgefangenen bewohnt. 1999 wurde die Kolonie als UNESCO- Welterbe aufgenommen. Kolonie Alexandrowa Auf dem Kapellenberg steht auf einer Lichtung die russische orthodoxe Alexander-Newski-Kapelle. Alexander-Newski-Kapelle Leider konnte ich den naheliegenden jüdischen Friedhof nicht mehr besuchen. Er wird bereits um 16:00 Uhr geschlossen. Mit der Tram fuhr ich zurück zur Brandenburger Straße. Durch die Hauptgeschäftsstraße schlenderte ich zurück zum Brandenburger Tor. Dort gab es erst einmal Abendessen. Nach dem Essen nutzte ich das gute Wetter und das Abendlicht noch für einen Spaziergang zum Schloss Sanssouci. Durch das Grüne Gitter ging ich in den Park. In der Friedenskirche fanden gerade Chorproben für ein Konzert im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele statt. In dem fast menschenleeren Park war es zu dieser Zeit besonders schön. Park Sanssouci

2. Tag:   Park Sanssouci  -  Schloss Cecilienhof

Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück startete ich meinen ausführlichen Rundgang durch den Schlosspark von Sanssouci. Seit 1990 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe. Der Park wird von einem 60 km langen Wegenetz durchzogen. Ich betrat den Park, wie am Vorabend, wieder durch das Grüne Gitter. Grünes Gitter Von der Friedenskirche ging ich durch den Marlygarten in den Lustgarten. Von dort hatte ich einen schönen Panoramablick auf das Schloss und die vorgelagerten sechs Stufen der Weinberg-Terrassen. Das kleine Schloss wurde zwischen 1745 und 1747 als Sommerresidenz gebaut. Schloss Sanssouci Am östlichen Ende der Weinbergterrassen ist Friedrich der Große begraben. Friedrich der Große brachte die Kartoffel nach Deutschland. Deshalb wird er auch der Kartoffelkönig genannt. Deshalb werden manchmal noch heute Kartoffeln aus seinem Grab niedergelegt. Weiter ging an den Neuen Kammern und der historischen Mühle vorbei zur Orangerie. Dieses 300 m lange Schloss wurde nach Vorbildern italienischer Renaissance-Villen gebaut. Allerdings sind große Teile noch renovierungsbedürftig. Den besten Blick auf die Orangerie hatte ich, nachdem ich die Maulbeerallee überquert hatte, von der Parterre unterhalb der Jubiläumsterrasse. Orangerie Das Chinesische Haus war schon von Weitem gut zu erkennen. Im  18. Jahrhundert war China in Europa groß in Mode. So durfte natürlich auch im Park von Sanssouci ein Chinesisches Haus nicht fehlen. Chinesisches Haus Zum Ensemble der Römischen Bäder gehört auch das Hofgärtnerhaus im italienischen Stil. Hofgärtnerhaus Nach Schloss Sanssouci war für mich Schloss Charlottenhof mit seinem Rosengarten die schönste Anlage im Park. Das kleine Schloss war einst Privatwohnsitz von Kronprinz Friedrich Wilhelm. Berühmt es hauptsächlich das Zeltzimmer, einst Schlafzimmer der Hofdamen. Das Anwesen liegt, wie die Römischen Bäder, in dem ruhigen Teil von Park Charlottenhof. Schloss Charlottenhof Durch den Charlottenhof ging ich nun direkt zum Neuen Palais. Es bildet den westlichen Abschluss des Parks. Das letzte große Bauvorhaben Friedrich des Großen wurde in nur sieben Jahren verwirklicht. Das repräsentative Schloss mit über 300 Räumen wird von einer großen Kuppel gekrönt. Bildhauer fertigten allein für die Fassade über 400 Sandstein-Skulpturen an. In dem Schloss sollten fürstliche Gäste und Familienmitglieder wohnen. Neues Palais Zu dem Neuen Palais gehören auch zwei gewaltige Wirtschaftsgebäude, die Communs, die durch Kolonaden und einem Triumphbogen miteinander verbunden sind. Jetzt waren aber sowohl die Kolonaden als auch der Triumphbogen zu Restaurationsarbeiten eingerüstet. Nach der Mittagspause in einem Biergarten ganz in der Nähe des Neuen Palais fuhr ich mit dem Bus zum Schloss Cecilienhof. Schloss Cecilienhof ist die neueste Hohenzollernresidenz. Sie wurde erst 1914 bis 1917 errichtet. Der älteste Sohn Kaiser Wilhelms II., Kronprinz Wilhelm bewohnte mit seiner Ehefrau das Schloss bis 1945. Die Wohnräume des Kronprinzenpaares sind heute mit einer Führung zu besichtigen. In die Weltgeschichte ging Schloss Cecilienhof als Ort der Potsdam-Konferenz ein. Im Juli und August 1945 verhandelten hier die Vertreter der Siegermächte Stalin, Churchill und Truman über die Neuordnung Europas und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Als historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens sind die Arbeitsräume und der Konferenzsaal mit dem runden Tisch zu besichtigen. Wahrzeichen ist die Blumenrabatte im Innenhof, die seit 1945 in Form eines fünfzackigen Sowjetsterns mit roten Geranien bepflanzt wird. Schloss Cecilienhof Ich hätte gern die Räume der Potsdam-Konferenz besichtigt. Da eine große asiatische Reisegruppe da war, musste ich mit einer Wartezeit von ca. 1 ½ Stunden rechnen. Deshalb verzichtete ich für dieses Mal und ging durch den Neuen Garten zum Marmorpalais. Von der Terrasse des Palais hatte ich einen Panoramablick über den Heiligen See und auf die gegenüberliegenden Prominentenvillen in der Berliner Vorstadt. Das Marmorpalais war der erste Schlossbau von Friedrich Wilhelm II. im Neuen Garten. Marmorpalais An der Orangerie und dem Holländischen Etablissement verließ ich den Neuen Garten und nahm den Bus zurück in die Stadt. In der Nähe des Brandburger Tores aß ich auch heute wieder zu Abend. 

3. Tag:   Neubabelsberg  -  Schloss Babelsberg  -  Glienicker Brücke

Im 19. Jahrhundert teilten Bodenspekulanten das Gebiet zwischen Schloss Babelsberg und Bahnhof Griebnitzsee in Parzellen auf und verkauften sie an Adlige, Offiziere, Unternehmer und Bankiers, die dort repräsentative Villen errichten ließen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es die bevorzugte Wohngegend von Wissenschaftlern, Literaten und Filmstars. In den drei nobelsten und größten Villen wohnten während der Potsdam-Konferenz die Regierungschefs der Siegermächte. Mit der S-Bahn fuhr ich von Potsdam bis zum Haltepunkt Griebnitzsee. Von dort ging am See entlang und kam so u.a. an den Villen von Truman, Churchill und Stalin vorbei. Dies sind heute aber nicht mehr die schönsten und sehenswertesten Anwesen. Nur die Villa Urbig, in der einst Churchill wohnte, ist heute wieder schön restauriert. Sie gehört dem Software-Milliardär und Potsdam-Förderer Hasso Plattner. Villa Urbig Besonders beeindruckend fand ich das Anwesen der Villa Tauber, das sich heute in Privatbesitz befindet. Villa Tauber Ich spürte in dieser Gegend, dass Neubabelsberg auch heute wieder Wohnsitz der Besserverdienenden ist. Der Abstecher hat sich zwar gelohnt, ist aber nur zu empfehlen, wenn die Zeit ausreicht. Über Potsdam fuhr ich anschließend zum Schloss Babelsberg. Da meine Füße nach drei Tagen etwas müde waren, wollte ich eigentlich nicht mehr so viel laufen. Aber von der Bushaltestelle bis zum Schloss war es doch ein Stück durch den Park. Der ehemalige Sommersitz Kaiser Wilhelms I. wurde nach Kriegsende von der Roten Armee besetzt. Zu DDR-Zeiten diente es als Richterakademie. Das Inventar wurde so in alle Winde zerstreut. Ebenso wurden zahlreiche rücksichtslose Ein- und Umbauten vorgenommen. Die Sanierungsarbeiten werden so wohl noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Schloss Babelsberg Das weiße Gebäude des kleinen Schlosses war Wohnsitz von Kronprinz Friedrich Wilhelm. Dieser ging später als 99-Tage-Kaiser in die Geschichte ein. Heute werden im Erdgeschoss und auf der Terrasse leckerer Kuchen und Kaffee serviert. Ich legte hier ebenfalls eine Pause ein und genoss den Blick auf den Tiefen See und die Glienicker Brücke. Kleines Schloss Meine Zeit reichte noch für einen kurzen Abstecher zur Glienicker Brücke. Die von Lenné gestaltete Landschaft gehört seit 1990 ebenfalls zum UNESCO-Welterbe. Die ursprüngliche Brücke von 1905 wurde 1945 von sowjetischen Truppen gesprengt. 1949 wurde die heutige Stahlträgerbrücke gebaut. Berühmt-berüchtigt wurde die Brücke als Nahtstelle des heimlichen Ost-West-Agentenaustausches. Allerdings wurden über die Brücke viel häufiger politische Häftlinge in den Westen abgeschoben. Glienicker Brücke Es war mittlerweile später Nachmittag geworden. So wurde es Zeit für mich, mein Gepäck aus dem Hotel zu holen und den Rückweg anzutreten.  Die 2 ½ Tage in Potsdam waren wie ein kurzer Urlaub. Es gibt dort viel Schönes und Sehenswertes. Die Zeit reichte lange nicht aus, um alles zu erkunden. zur Potsdam-Foto-Galerie:
www.bergeundmeer.de

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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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