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USA - Südstaaten

© Text und Photos: Silke Wolff Unsere Rundreise durch die Südstaaten der USA stand ganz unter dem Motto „Vom Winde verweht“. Am 17. 09.1997 flogen wir zu dritt nach Atlanta. Am späten Nachmittag nahmen wir am Flughafen unseren Mietwagen entgegen. Leider war die neue Autobesatzung noch kein eingespieltes Team. So klappte es nicht mit dem Kartenlesen. Zur Hauptverkehrszeit fuhren wir nicht stadtauswärts zu unserem Hotel, sondern in Richtung Innenstadt. So etwas brauchte ich nach einem anstrengenden Langstreckenflug nicht. Spät und entnervt kamen wir in unser Hotel. Da störte mich auch schon nicht mehr, dass wir uns zu dritt das Zimmer teilten. In dem kleinen Städtchen Madison gingen wir zum ersten Mal auf Antebellum-Häuser-Walking-Tour. Madison nennt sich selbst die “Krone des Antebellums in Georgia“. Mehr als 45 Häuser haben die Besetzung von Generell Sherman’s Unions Soldaten und den verheerenden Marsch durch Georgia überstanden.   Hunter House, Madison Noch prächtigere Häuser bekamen wir einige Meilen weiter südlich in Macon zu sehen. Im 19. Jahrhundert wurde Macon als „Queen Inland City of the South“ bezeichnet, Handel und Wirtschaft blühten. Wohlhabende Farmer und Geschäftsleute bauten sich großartige Villen und charmante Häuser. Viele diese Gebäude sind erhalten und wurden restauriert. Sie sind auf verschiedenen Besichtigungstouren der Öffentlichkeit zugänglich.   Woodruff House, Macon Eine Perle der Südstaaten ist sicherlich Savannah. Seit ihrer Gründung war man darauf bedacht, eine schöne Stadt zu bauen. In der Innenstadt befinden sich zahlreiche kleine Parks. Eine unscheinbare Parkbank im Chippewa Park wurde durch die Filmszene mit Tom Hanks in dem Film „Forest Gump“ weltberühmt. Nach unseren zahlreichen Stadtbesichtigungen und Häusertouren wollten wir uns ein paar Tage Erholung am Strand gönnen. Wir fuhren in Richtung Hilton Head Island, einem beliebten und teilweise sehr exklusiven Ferienort in South Carolina. Während unseres ersten Stopps merkte Gabi, dass sie ihre Kreditkarte nicht mehr hatte. Die intensive Durchsuchung sämtlicher Taschen und des Mietwagens ließ die Karte nicht wieder auftauchen. Nach einiger Zeit kamen wir darauf, im letzten Hotel anzurufen. Sie hatte mit der Karte morgens unser Zimmer bezahlt. Tatsächlich, sie lag noch an der Rezeption. Also blieb uns nichts anderes üblich, als fast zwei Stunden zurückzufahren. Es war fast schon dunkel und das Vermittlungsbüro für Unterkünfte schloss schon bald, als wir auf Hilton Head Island ankamen. In der Ferienanlage Palmetto Dunes mieteten wir uns ein Apartment mit zwei Schlafzimmern. Wir genossen geruhsame Stunden an dem insgesamt 12 Meilen langen Sandstrand.   Hilton Head Island Die älteste, noch bewirtschaftete Plantage in South Carolina, liegt etwas nördlich von Charleston, Boome Hall Plantation. Durch eine Eichenallee gingen wir auf das koloniale Herrenhaus zu. Auf dem Anwesen, zwischen weitläufigen Feldern, besichtigten wir die original Sklavenquartiere, die etwas abseits liegen. Direkt am Fluss stehen die hölzernen Lagerschuppen für die Baumwolle. Ich brauchte nicht besonders viel Fantasie, um mir vorzustellen, wie hier früher die Baumwollballen auf Schaufelraddampfer verladen wurden.   Boome Hall Plantation & Gardens In dem Souvenirshop der Plantage kauften wir uns einen deutschsprachigen Stadtführer für eine Fußtour durch Charleston. Mit unserem Führer liefen wir durch die kopfsteingepflasterten Straßen. Zwischen den Kolonialbauten sind die neuen Häuser dem alten Stil angepasst worden. Es ergibt sich so ein ansehnliches Stadtbild. Besonders imposante Häuser stehen direkt an der Waterfront.   Charleston Auf unserem Weg zurück nach Atlanta besuchten wir den Chimney Rock Park. Der riesige Monolith thront über der Hickory Nuts Gorge. Von dort oben eröffnete sich uns ein fantastischer Blick in die Natur. Von dort fuhren wir ein Stück auf dem Blue Ridge Parkway. Laut führenden Reiseautoren wird der Parkway als aufsehenerregende Strecke beschrieben, auf der man Hektik und Enge entfliehen kann. Für uns war die Fahrt nicht so entspannend. Wir waren nämlich mit fast leerem Tank in den Park gefahren. Zum Glück gab es dort unerwartet eine Tankstelle. Das ist normalerweise in Nationalparks nicht der Fall. Mit den letzten Tropfen Benzin rollten wir mehr vor die Zapfsäule als das wir fuhren. Für einen kurzen Abstecher verließen wir den Parkway und fuhren in den kleinen Skiort Gatlinburg am Fuße der Great Smoky Mountains. Leider regnete es sehr stark. Nach einiger Zeit fingen Gabi’s Stoffschuhe an zu schäumen. Sie hatte sie vor der Reise gewaschen. Das restliche Waschpulver fing nun durch das Wasser an zu schäumen. In Cherokee besuchten wir das Qualla Gebiet, die souveräne Nation des östlichen Bandes der Cherokee Indianer. Das Gebiet ist seit über 11.000 Jahre Heimat der Vorfahren. Eine Zivilisation, die älter ist als die der Inka, Maya, griechischen oder ägyptischen. In dem Museum gingen wir auf Entdeckungstour durch die Geschichte und Kultur der Cherokee.   Cherokee Indianer Museum Am Fuße der Greate Smoky Mountains liegt eine weiter, besonders für deutsche Touristen, sehenswertes Örtchen, Alpine Helen. Der Ort wirbt mit dem Slogan: „Experience Bavaria: no passport required.“ Wenn wir es nicht besser gewusst hätten, hätten wir wirklich meinen können, wir wären in einem bayrischen Dorf gelandet. Die Häuser waren alle im bayrischen Stil erbaut. Die Speisekarten in deutscher Sprache boten Schnitzel, Sauerbraten, Kassler Rippchen etc. an. In den Geschäften lief bayrische Volksmusik aus dem CD-Player.   Alpine Helen Zurück in Atlanta nahmen wir uns Zeit für die Stadt. Die alte „Vom Winde verwehte“ Stadt wurde im Bürgerkrieg zerstört. Deshalb gibt es kein historisches Viertel. Dafür haben drei international bekannte Unternehmen ihren Sitz dort. 1886 wurde hier Coca Cola erfunden. Der weltweite Kabelfernsehsender CNN steht hier und Delta Airlines hat seinen Hauptsitz in der Stadt. Wir begannen in „The World of Coca Cola“, in der die Geschichte und weltweite Verbreitung des Getränkes dargestellt wird. Eine Schulklasse bekam vor dem Einlass die Verhaltensregeln eingeschärft und schwörten anschließend den Coca Cola-Eid, nicht an die Glasscheiben zu fassen und nicht zu viel aus dem Coca Cola-Brunnen zu probieren.   „The World of Coca Cola“ Etwas außerhalb des Zentrums ist die beeindruckende Martin Luther King jr. National Historic Site. Die Gedenkstätte umfasst das Geburtshaus, die Ebenezer Baptist Church und den Freedom Hall Complex mit dem Grab von Martin Luther King. Ein Museum erinnert an den Menschenrechtskampf der schwarzen Bevölkerung in den 50er und 60er Jahren. Auf einer geführten Tour besuchten wir die Wirkungsstätten des Bürgerrechtlers.   Martin Luther King jr. Erinnerungen an die Olympischen Spiele 1996 waren noch in der Stadt zu sehen. Der Turm für das olympische Feuer war zusammen mit den olympischen Ringen an einer Hauptzufahrtsstraße aufgestellt. Das Stadion wurde inzwischen wieder als Baseball-Stadion genutzt. Ich entschloss mich an einer CNN Studio Tour teilzunehmen. Das war für mich die Möglichkeit zu erfahren, wie Nachrichtensendungen live gemacht werden. Erstaunlich war, dass die Moderatoren vor einem blauen Hintergrund stehen. Hintergrundbilder etc. sind nur auf dem Fernsehbild zu erkennen. Sie werden technisch ergänzt.   CNN Center In Atlanta wollten wir gern ein Football-Spiel ansehen. Der Ticketverkäufer empfahl uns das Spiel der Georgia Tech Universität. Das sollte in einem kleinen Stadion stattfinden. Rechtszeitig machten wir uns auf den Weg. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es war kühl und regnete an diesem Abend. Tapfer setzten wir uns auf unsere Plätze ganz oben im Stadion. Die Veranstaltung begann mit großem Tam Tam. Als Erstes zogen die Bands und Cheerleaders ein. Um die Stimmung anzufeuern, spielten nach einer Weile die Bands mit jeweils ca. 200 Musikern nicht mehr nacheinander, sondern gleichzeitig.  Obwohl wir von den Regeln nicht viel verstanden, war es ein schönes Erlebnis.   Football-Spiel Von Atlanta aus unternahmen wir für ein paar Tage einen Abstecher nach New Orleans. Abends schlenderten wir durch das French Quarter von einem Jazz-Lokal ins nächste. Die legendäre Preservation Hall, in der schon Louise Armstrong spielte, war es voll. Nach einer Weile fanden auch wir auf den Holzbänken, Hockern und Sitzkissen Platz. Als ich aufstand, musste ich feststellen, dass ich auf einer schon fast mumifizierten Maus gesessen hatte. Auch sonst war die Preservation Hall wahrscheinlich noch in dem Zustand wie zu den Zeiten von Louise Armstrong. Das French Quarter hatte sich im Vergleich zu meinem ersten Besuch 1991 natürlich verändert. Es gab nicht mehr ganz so viele Jazz-Kneipen, dafür für hatten einige Nachtclubs und Spielkasinos Einzug gehalten.   French Quarter New Orleans Auch für den Tag hat New Orleans einiges zu bieten. Mit der historischen Straßenbahn rumpelten wir durch die Charles Street. In dem Garden District stehen zahlreiche elegante Villen. Imposant ist das alte Backsteingebäude der Loyola-Universität. Sogar die neuen Appartementhäuser wurden den alten Stil angepasst.   Garden District Das Gebiet zwischen French Quarter und Garden District hatte sich in den Jahren am stärksten verändert. Ließ man sich dort bei meinem ersten Besuch am besten nicht sehen, hatte es sich nun zu einem Geschäftsviertel mit Bürogebäuden und Hotels entwickelt. Neu war auch das Convention Center mit angeschlossenem World Trade Center direkt am Mississippi. Von dort legten die Boote zu den Bayous ab. Unsere Tour führte durch die Sumpflandschaft des Mississippideltas. Die Alligatoren wurden mit Marshmellos angelockt. Nach drei Wochen durch die Südstaaten der USA mussten wir unseren Heimflug antreten.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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